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Vom Glück vergessen

Austellung im Rhätischen Museum Chur bis 29. August 21

Fremdplatziert, verdingt, entmündigt, in Anstalten versorgt, zwangsadoptiert oder -sterilisiert: bis in die 1970er-Jahre waren in der Schweiz zehntausende Kinder, Jugendliche und Erwachsene von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen betroffen. In Graubünden waren es mehrere Tausend. Viele kamen aus schwierigen sozialen und wirtschaftlichen Verhältnissen. Ihre von bürgerlichen Normen abweichende Lebensweise war Grund für massive Eingriffe und repressive Massnahmen.

Seit einigen Jahren erheben Betroffene verstärkt ihre Stimme. Sie berichten vom Erlittenen und fordern Aufarbeitung. Dass ihnen Unrecht geschah, wird heute offiziell anerkannt. 2017 sprach die Bündner Regierung eine Entschuldigung aus.

Fünf Betroffene mit ihrem Schicksal stehen im Zentrum der Ausstellung. Ihre Lebensgeschichten sind je in einem Hörstück verdichtet, wodurch Schlüsselmomente und Kernthemen nachempfindbar werden. Damit die Hörerinnen und Hörer sich einlassen können, hat die Szenographin Karin Bucher für jede Lebensgeschichte einen entsprechenden, intimen, abgeschlossenen Raum entworfen. Der Raum illustriert die Erzählung, macht sie erlebbar und lässt ein fragmentarisches, immersives Eintauchen in eine andere Zeit mit Hilfe verschiedener Medien zu. Originaldokumente können zur Hand genommen und gelesen werden und Objekte verordnen die Geschichte in der Zeit.

Informationen auf der Website des Rhätischen Museums