BNE-Ansprüche im Technischen und Textilen Gestalten

Strategien von Lehrpersonen mit einem distanziert-reflektieren, professionellen Habitus in Spannungsfeldern zwischen normativen BNE-Konzepten und den praktischen Bedingungen im Unterricht

Abstract: Im Global Sustainable Development Report 2019 wird der schulischen Bildung in Bezug auf gesellschaftliche Veränderungsprozesse im Hinblick einer nachhaltigen Entwicklung eine prominente Rolle zugeschrieben. Auch die Schweizer Bundesverfassung erklärt nachhaltige Entwicklung zum Staatsziel. Daraus folgend wurde Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) als normatives Konzept und fächerübergreifendes Thema im Deutschschweizer Lehrplan 21 verankert. Im neuen Studienplan 22 macht die pädagogische Hochschule Bern (PHBern) BNE über alle Ausbildungsgänge zu einem verbindlichen Inhalt. Sogenannte Steuerungsinstrumente wie der Lehrplan und der Studienplan der pädagogischen Hochschule nehmen Lehrpersonen in die Pflicht und stellen sie vor Herausforderungen. Gleichzeitig ergeben sich für Lehrpersonen unterschiedliche Spannungsfelder.
Die Anthropologin Sarah Ryser und der Fachdidaktiker Andreas Stettler der PHBern führten mit Lehrpersonen zwischen 2020 und 2021 im Fachbereich technisches und textiles Gestalten (TTG) an vier Schulen im Kanton Bern ein Pilotprojekt zu BNE durch. Nun werden sie mit einer dreijährigen ethnografischen Forschung die Thematik weiterführen.
Die Forschung will Strategien von Lehrpersonen im Spannungsfeld zwischen den normativen Ansprüchen von BNE-Unterricht und den Rahmenbedingungen im Schulalltag aufdecken. Der Lehrplan 21 stellt für das technische und textile Gestalten deutliche Bezüge zu BNE auf. Ökologische, ökonomische und soziale Zusammenhänge im Fach korrespondieren mit der Ausrichtung auf BNE. Durch die Materialisierung werden die erwähnten Spannungsfelder in beiden Fächern greifbarer. Die Forschungsmethode ist ethnografisch (vgl. Breidenstein et al. 2021) angelegt. Dabei wird die Lehrperson beim Vollzug ihrer Praktiken beobachtet. Der Fokus liegt auf der Umsetzung der BNE-Ansprüche, den Strategien in der Unterrichtspraxis, den Interaktions- und Kommunikationsprozessen und den individuellen Spannungsfeldern der Lehrperson. Bei der ethnografischen Datenerhebung werden mindestens sechs TTG-Lehrpersonen des Zyklus 3 aus dem Kanton Bern über eine längere Zeit begleitet. Parallel zur teilnehmenden Beobachtung werden Videografien erstellt, Bildmaterial gesammelt und Interviews geführt (narrativ & nach Leitfaden strukturierte).

Interessierte TTG-Lehrpersonen Zyklus 3, die gerne an der Forschung teilnehmen möchten und BNE in ihren Unterricht aufnehmen, dürfen sich bei Dr. Sarah Ryser (sarah.ryser@phbern.ch) melden. Über eine Teilnahme freuen sich die beiden Forschenden und geben gerne Auskunft bei offenen Fragen.

Hintergrund zur Arbeit / Rahmen der Forschungsarbeit:
Es handelt sich um eine dreijährige ethnografische Forschung von Dr. Sarah Ryser und Dr. Andreas Stettler der Pädagogischen Hochschule Bern, welche am Institut für Forschung und Entwicklung zwischen 2022 und 2024 durchgeführt wird.

Autor:in: 
Dr. Sarah Ryser und Dr. Andreas Stettler

Projektleitung / Betreuung:
Dr. Sarah Ryser, PH Bern und Dr. Andreas Stettler, PH Bern

Link zur Arbeit / Kontakt:
sarah.ryser@phbern.ch

Weiterführende Links:

Zuletzt aktualisiert am: 23.09.22 / ak